Donnerstag, 3. Juli 2008

Sommer

Heute muss ich mich daran erinnern, dass Sommer ist. Es hat die ganze Nacht über geregnet und gewittert. Jetzt ist es kühl, grau und wolkenverhangen. Als Gärtner hat man wenigstens den tröstenden "der Natur tut der Regen gut"-Gedanken, aber auch mir wären unbeschwerte, luftige Tage in einer längeren Folge lieber. Quasi als Aufmunterung Bilder meiner Sommerschönheiten, die ich gestern bei ihrem Bad in der Sonne bespitzelt habe.
Hemerocallis "Molokai" und "Après moi"
Lilium auratum „Citronella“ Rosa „Joey’s Palace“
Lilium asiatische Hybride
Die letzten Lilien aus der Discouter-Mischung blühen. Rein weiß leuchten sie zwar ebenso wie meine Lieblinge mit der außergewöhnlich-unbeschreibbaren Farbe, verblühen aber ungleich schneller.
Lilium auratum "Citronella" legt eine Riesenshow ein. Die beiden Stämme sind ca. 1,80 m hoch und jeder trägt sieben Blüten. Leider bin ich mir bei dem botanischen Namen nicht ganz sicher, da er auf der Packung nicht stand. Zudem sind die Blüten goldgelb und nicht zitronengelb, wie auf dem Packungsphotos. Aber solche Details interessieren nur jemanden, der demletzt eine Wand gelb gestrichen hat und stundenlang über die Vorzüge von Ananasgelb und Melonengelb nachgedacht hat. Obwohl, eigentlich stimmt das gar nicht, denn nach einer Probe fiel die Entscheidung ganz klar und schnell auf Melonengelb. (Vorsicht allerdings, der Farbton "Melone" von der Schöner Wohnen Linie ist hingegen viel zu kräftig - aber das wäre ein anderer Post.) Wie dem auch sein, die Lilie ist wunderschön und hat sogar den Ritterschlag erhalten: Sie ist die aktuelle Lieblingspflanze meines Freundes!
Hosta "Blue Cadet"
Sehr viel Freude bereitet mir auch Blue Cadet. Wenn ich mich richtig erinnere, ist er meine erste Hosta, 2006 wurzelnackt im Baumarkt gerettet. Einen zweiten Wurzelstock aus der Packung hat meine Mutter bekommen und auch bei ihr entwickelt er sich prächtig. Dieses Jahr hat der Kleine sechs Blütentriebe. Übrigens muss ich eine Rechtfertigung abgeben: Sicherlich ist bereits aufgefallen, dass die Blätter meiner Hostas stumpfe, braune Flecken haben. Das kommt daher, dass ich im Frühjahr den Rosenaustrieb mit einer selbst angesetzten Ackerschachtelhalmbrühe gegen Pilzkrankheiten gespritzt habe. Irgendwie habe ich es übertrieben und alles andere auch gespritzt. Hier zeigt sich einmal, das es auch zuviel des Guten gibt. Denn auch wenn die Hostablätter dadurch gestärkt sein sollten (was sie von vorneherein gar nicht nötig hatten), so bleiben mir die hässlichen Flecken nun die ganze Saison erhalten. Jejejeje, man lernt nie aus. Hosta sieboldiana „Elegans“ ist längst verblüht und auch Hosta „Color Glory“, deren weiße Trompete links im Bild zu sehen ist, ist fast verblüht. Diese Hosta muss ich etwas beobachten, da sie neu ist und bei mir momentan nicht viel anders als Hosta „Great Expectations“ aussieht. Sollte ich einer Falschetikettierung aufgesessen sein?

Mittwoch, 2. Juli 2008

Sonntagsfahrer

Hier die Eindrücke meines Sonntagsausflugs. Ich bin zur Regattabahn des Fühlinger Sees in Köln gefahren. Wegen des guten Wetters war sehr viel los, wobei zusätzlich auch noch die Westdeutsche Kanumeisterschaft stattfand. An "Lernen im lauschigen Plätzchen" war also nicht zu denken und so habe ich mich nur ein wenig umgeschaut und die Sonne genossen.
Die Regattabahn bietet allen möglichen Schwimmvögeln ein Zuhause. Ich hätte mich nicht so nah an eine Schwanenfamilie mit Jungtieren getraut. Mein Onkel ist mal in meinem Beisein von einem Schwan angegriffen worden. Das hat starken Eindruck auf mich gemacht...
Das Mädchen war wirklich NAH an den Schwänen dran.Dann kam auch noch ein Schwimmer! Der hatte allerdings einen Neoprenanzug an und konnte sich sicher wähnen. ; )
Ein Einbaum? Auf jeden Fall war die Fortbewegung im Knien auffällig, ganz so, wie es Indigene in Lateinamerika zu tun pflegten.
Den Schwänen hat es gut geschmeckt und bis auf vereinzeltes Fauchen haben sie sich auch sehr ziemlich verhalten. Es sind wirklich schöne Tiere.Schön ist auch die Randvegation. Hier ist Wasserdost zu sehen; die Irisbestände waren bereits verblüht und überall sah man den Blutweiderich. Da es allerdings etwas windig war, habe ich kein einziges scharfes Bild hinbekommen.An anderen Stellen des Sees war es ruhiger. Das wird sich dieser Tage allerdings ändern, da das 23. Summer Jam, das größte Reggea-Festival Deutschlands, stattfindet.
In diesem Sinne: Peace, Love and Harmony!

Sonntag, 29. Juni 2008

Schönheiten

Möchte nur ganz kurz ein, zwei, drei Bilder von meinen Schönheiten loswerden und dann bin ich "up and about". Hier im Hinterhof ist es immer noch kühl und schattig, doch man sieht, dass der Rest Kölns in Sommersonne getaucht ist. Ich werde also meine Lernunterlagen mitnehmen und mir ein lauschiges Plätzchen im Freien suchen. Vielleicht gibt es auch Pflanzenphotos, mal sehen. Clematis „Piilu“ Spiraea japonica "Anthony Waterer"
Felis silvestris f. catus von der Rasse Norsk Skogkatt
Die Bande. In der Mitte meine kleine Katz'.

Donnerstag, 26. Juni 2008

Samtiges

Hier der versprochene Post mit den samtigen Clematisblüten, featuring den "Sieg von Warschau", Clematis "Warszawska Nike":Mit dem Aufblühen verfärben die weinroten Blüten sich ins lilafarbene, eben richtiges "velvet". Hier eine arg zerfressene Blüte. Ob das auch der Dickmaulrüssler ist?
Und wo ich schonmal dabei bin, samtige Blüten zu zeigen, auch noch diese Geranie, Verzeihung, Pelargonie, die ebenfalls sehr samtige Blüten hat.

Diese beiden wollten auch noch mit in den Post.
Ein mir namentlich unbekannter Mohn

Diese Lilie passt natürlich nicht zum Thema Samt, da sie eher etwas metallisches hat. Diese Farbe ist ganz wunderbar unbeschreibar: Nicht orange, nicht lachs - irgendwie ein weithin leuchtendes Mittelding, dass trotzdem ganz sanft ist und sich mit keiner anderen Farbe beißt. Sie war in einem Lilienzwiebel-Mix mit dabei und scheint sich schön zu vermehren. Dieses Jahr hatte ich vier Pflanzen mit jeweils fünf Blüten an hohen, stabilen Stengeln. Übrigens ist auch hier bei genauem Hinsehen Buchtenfraß zu erkennen.

Mittwoch, 25. Juni 2008

Bei so einem fiesen Wetter...

... häng' ich lieber ab und warte auf bessere Zeiten.
Ich finde, man kann schon die norwegertypische Halskrause erahnen. Momentan bin ich noch unschlüssig, ob ich der Kleinen für den Freigang ein Halsband umbinden soll. Die meisten Aussagen im Internet sind negativ, es wird überall davon angeraten. Der große Vorteil wäre allerdings, dass sie dann immer ihre Adresse dabei hat. Natürlich werde ich sie chippen lassen, nur kann man diesen ja nur mit dem speziellen Lesegerät ablesen. Momentan tendiere ich stark zum Halsband. Aber sie hat da auch ein Wörtchen mitzusprechen - vielleicht lässt sie sich gar nicht daran gewöhnen.

Montag, 23. Juni 2008

Blackbird's Song

Das Lied der Amsel werde ich weiterhin vernehmen, doch nicht ganz so nah wie sie, die Amsel, es sich vorgestellt hat. Seit Tagen bemerkte ich eine unglaubliche Aktivität eines Amselpärchens auf meiner Terrasse. Man flog hin und her, scharrte in den Töpfen, zerhackte ganze Pflanzen mit zarten Trieben und trippelte, den Schnabel voll von Grünzeug vor der Terrassentür herum. Jetzt weiß ich auch, wofür mein gelber Lerchensporn, die Schafgarbe und eine Art von ganz zarter Astilbe dran glauben mussten: Sie waren Nistmaterial! Zufällig habe ich das Nest entdeckt, es war auf einem Topf direkt an der Terrasse platziert. Hier ein Photo des Nestes und der Gesamtansicht; auf dem rechten Topf mit der Sundaville befand sich das Nest.
Zu meinem großen Leidwesen musste ich das Nest entfernen. Der Ort ist denkbar ungeeignet, um in Ruhe kleine Amseln auszubrüten, da viel Verkehr herrscht. Dahinter befindet sich die Hoftür und die Mülltonnen, zudem nutze ich die Terrasse häufig und kann nicht ausweichen.
Doch der Hauptgrund ist, dass bald die Katze kommt. Und so wie ich die kleine Norwegerin einschätze, haben junge Vögel keine große Überlebenschance mit ihr als Revierinhaberin. Man sieht vielleicht schon an ihrem Blick, dass sie hier einiges vorhat. Natürlich habe ich vorher überprüft, ob sich Eier in dem Nest befanden. Es war noch leer. Jetzt müssen die beiden von vorne anfangen. Schade, aber es ist besser für sie, sich hoch oben im Holunder ein Plätzchen zu suchen. Sonst müssen sie sich bald heiser zetern, weil eine kleine Katz' Stellung unter ihnen bezogen hat. Morgen gehe ich die Kleine und ihre Geschwister besuchen. Bin schon gespannt, wie sie sich entwickelt haben! Ich hoffe, morgen dann endlich gute eigene Photos machen zu können, denn diese Bild ist wieder von der Besitzerin der Katzenmutter.

Freitag, 20. Juni 2008

I did it again!

Oh no, I did it again: Gestern bin ich - nur um über die neuesten Staudeneinführungen informiert zu bleiben - bei meiner Lieblingsgärtnerei vorbeigefahren. Ich hatte fest vor, keine oder höchstens eine Pflanze zu kaufen, da ich a) genug Pflanzen habe und b) Geld sparen muss, da bald meine Katze kommt. Natürlich habe ich nicht genug Pflanzen, nur der zur Verfügung stehende Platz erschöpft sich. Regelmäßig muss ich meinen Freund besänftigen der sich darüber beschwert, dass auf der Terrasse kein Platz für ihn sei, sondern "alles voller Pflanzen" stehe. Und das Tierchen soll nicht den üblen zuckerversetzten Werbungsmüll aus dem Supermarkt fressen müssen, sondern Futter, in dem tatsächlich Fleisch ist (was im Supermarkt nur zu 4 % drin ist, das muss man einem Fleischfresser erstmal erklären) und andere Kosten wie Impfungen, Kastration, Kratzbaum etc. stehen ebenfalls an. Tja, aaaaber, was soll ich sagen, man bringe mich nicht in Versuchung. So sah mein Gepäckträger aus, als ich wieder draußen war:
Mitgekommen sind eine Gaura lindheimeri, Lobelia erinus "Lagune", Molinia arundinacea "Karl Förster", Aruncus dioicus "Zweiweltenkind" und Aruncus aethusifolius. Alles unbestreitbarerweise sehr schöne, wertvolle Pflanzen, die bislang schmerzlichst gefehlt haben in meiner Sammlung. Hinzukommt, dass die Gaura nur 1,- und das Ziergras 2,- gekostet haben. Absolute Schnapper also! Diese hübsche Gieskanne wollte auch noch mit.
Dennoch, ich darf erst gar nicht mehr in die Gärtnereien fahren, mich selber also nicht in Versuchung bringen. Einmal habe ich im Fernsehen einen Bericht über einen Kaufsüchtigen gesehen, der aus seiner Sucht Kapital schlug, indem er sich als Einkäufer für Luxusautos anbot. Er stromerte dann durch die Geschäfte und kundschaftete die perfekte Limousine für seinen Kunden aus. Denn darum geht es bei der Kaufsucht ja, um das Gefühl des Jagderfolges! Vielleicht sollte ich mich als professionelle Pflanzenjägerin etablieren?
Mmh, morgen helfe ich erstmal wieder meinem Bekannten im Garten seiner Mutter. Nette Dinge wie "Rasen mähen" und "Hecke schneiden" stehen an. Na dann!